Baikal - Russlands endlose Landschaften ...

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Der Baikalsee befindet sich im Süden Sibiriens und ist der älteste, tiefste (1637 m) und größte Binnensee der Welt nach Volumen (20% des gesamten Frischwasservorkommens der Welt)

Priwjet!
2007 hatte ich die Möglichkeit, diese wunderschöne Region zu besuchen - 14 Tage im Juni/Juli am Baikalsee - hier nun eine Bilder-Auswahl von dieser Reise.

Sie wurden von unserer Reisegruppe gemacht (mit einigen Ausnahmen). Es war ein beeindruckendes Erlebnis beginnend mit dem Flug über Moskau nach Irkutsk, der Hauptstadt der Region (Oblast).

Es wird einige Zeit dauern bis diese Seiten mit Wort und Bild gefüllt sind - deshalb mag es durchaus interessant sein, ab und zu hier nachzuschauen und nach Aktualisierungen zu suchen ...

Die Reise hatte gerade erst begonnen uns schon trat das erste Problem auf. Wir verließen Hannover relativ spät und dann mußte das Flugzeug auch noch ein paar Mal über Moskau kreisen. Planmäßig war eine Stunde Zeit vorgesehen um den Anschlußflug zu erreichen - aber wir waren definitiv zu spät - die Uhr um zwei Stunden nach vorne gestellt

Das Abenteuer ging also schon in Moskau los. Aber glücklicherweise konnten wir einen späteren Flug ergattern - diesmal mit einer russischen Aeroflot Tupolev 154M - weniger Komfort und intensiver Kerosingeruch - aber dafür schneller als der Airbus. Wir flogen über endlose Landschaften and erreichten schließlich den Flughafen von Irkusk nur ein halbe Stunde später als geplant - die Uhr um fünf Stunden nach vorne gestellt

Von Alexander wurden wir mit einem Toyota-Transporter abgeholt (Lenkrad auf der rechten Seite weil aus Japan importiert). Sein Büro ist irgendwo in Irkutsk. Obwohl der Jetlag uns ganz schön zu schaffen machte konnten wir interessante Eindrücke von der Stadt gewinnen - eine wilde Mischung aus alten und modernen Häusern. Uralte Straßenbahnen die noch wie ein Wunder funktionierten.

Katja und Natascha aus St. Petersburg (Leningrad) schlossen sich unser Gruppe an und wie verließen die Stadt Richtung Sludjanka, unsere erste Station am Baikalsee. Es war ein Höllenritt durch die Berge über eine Buckelpiste. Nach einigen Stunden konnten wir den See zum ersten Mal sehen and machten Halt oberhalb von Kultuk um in einem Restaurant russisches Essen und Bier zu uns zu nehmen und den Ausblick zu genießen.

Danach errreichten wir unser erstes Quartier außerhalb von Sludjanka mit angeschlossenem Mineralogie-Museum und der reichsten Sammlung an Gesteinen in Russland. Ein wenig Zeit zum relaxen blieb bevor es dann am nächsten Tag losgehen sollte zu unserem 3-Tage-Ausflug in die Chamar-Daban-Berge.

Wir machten eine späten Spaziergang mit Halt an der Poststation um ein paar Postkarten zu versenden. Die Vorort-Bewohner leben in einfachsten Verhältnissen. Bescheidene Häuser and Kamine mit schwarzem Rauch überall. Wir treffen freundliche und neugierige Kinder und reservierte Erwachsene. Auf dem Weg zurück organisierten wir Gebäck und Bier und unser Führer Nicolai brachte uns darüberhinaus Omul mit, den typischen Baikal-Fisch. Sehr fett, aber geräuchert mit frischem Brot und einer Flasche Bier dabei eine echte Delikatesse.

Frühstück mit Brot, Käse, Wurst, Marmelade und Tschai, dem original russischen Tee. Und dann den Rucksack gepackt und warten auf den Transporter, der uns ein Stück weit rauf in die Chamar-Daban-Berge bringen sollte. Auf der Ladefläche des UAS Pickup sitzend durften wir eine weitere wilde Fahrt geniessen vorbei an der großen Marmorgrube und unzählige Bäche/Flüsse kreuzend aufwärts in höheres Gelände. Großer Respekt - die Russen haben robuste Transporter, ohne Frage.

Erster Halt war eine Station mitten im Wald und bewirtschaftet von einer jungen russischen Familie wo wir ein zweites Frühstück einnehmen konnten. Das Gepäck mußte abgeladen werden und mit größter Hochachtung verabschiedeten wir uns von userem Hell Driver. Wir bestellten frisch gemachte Blinis (russische Pfannkuchen) und Tee um uns nochmal zu stärken.

Unser Ziel war eine Wetterstation in 1500 m Höhe, nur zu Fuß innerhalb einiger Stunden erreichbar. Unsere Zelte und die Lebensmittel wurden auf einem Packpferd befestigt, was uns nun begleitete auf unserem Weg. Rucksack auf für den beschwerlichen Anstieg aber mit genug Zeit um die Umgebung zu betrachten und zu geniessen. Der Wald ist oberflächlich vergleichbar mit der Alpenvegetation, aber eben unberührter und das Wetter ist ein wenig subtropischer mit höherer Luftfeuchtigkeit.

Neben der Wetterstation ist ein Zelt-Platz angelegt - unsere Basis für die nächsten zwei Tage. Sehr einfach eingerichtet - kein Strom, kein Gas, keine Toiletten. Da noch etwas Zeit war und die Wettervorhersagen für den nächsten Tag ganz schlecht ausfielen, entschieden wir uns noch am gleichen Tag dem Pik Tscherski einen Besuch abzustatten - ein weiterer Anstieg von 500 m.

Vorbei an Feldern mit Mini-Rhododendren und einigen Schamanenbäumen und irgendwann die Baumgrenze hinter uns lassend konnten wir tolle Aussichten in die Täler geniessen. Aufkommender Regen (mit Regenbogen), unschöne Wolken, Donner - leider wurden wir alsbald gezwungen uns auf den Rückweg zu machen.

Ins Lager zurückgekehrt entschieden wir uns dafür, das Angebot eines Raumes in einer Holzhütte für die Übernachtung anzunehmen anstatt die Zelte aufbauen. Der Regen nahm immer mehr zu.

An der Feuerstelle, dem zentralen Punkt des Camps, nahmen wir ein einfaches Essen mit Kartoffeln und Butter zu uns. Danach zirkulierte eine Flasche Wodka und jeder mußte einen Trinkspruch aufsagen so wie es in Russland übliche Praxis ist - eine beeindruckende Prozedur.

Die Bedingungen für die Nacht waren heftig. Trocken zwar, aber fünf Personen auf engstem Raume mit Schlafsack auf einer Holzplattform - nicht jedermanns Sache ...

Der nächste Tag war leider dominiert von regnerischem Wetter und Nebel. Die meiste Zeit verbrachten wir an der Feuerstelle, tranken Tee und unterhielten uns. Keine Chance, die Wasserfälle in ein paar Kilometer Entfernung zu erreichen oder andere Ausflüge zu gestalten.

Andererseits hatten wir genug Zeit am Nachmittag, um die Banja zu geniessen, die typische russische Sauna. Schön gesittet getrennt nach Männlein und Weiblein. Die Zeremonie startete mit der Suche nach frischen Tannenzweigen im Wald für die Behandlung der Haut.

Eine wirklich interessante Erfahrung vor allem wegen Nicolais ausgezeichneten Fähigkeiten. Unser Führer war auf einer mongolischen Schule für Mönche mit religiöser aber auch naturheilkundlicher Ausbildung. So konnte er uns die hohe Schule der Banja näherbringen.

Bedenkt man, dass wir ihn nie zuvor getroffen hatten, kam er zu erstaunlichen medizinischen Diagnosen, die fast immer ins Schwarze trafen nachdem er jeden einzelnen von uns mit Tannenzweigen ausgepeitscht, massiviert und abgetastet hatte. Das war definitiv eines der prägendsten Erlebnisse der Reise.

Am nächsten Tag ging es dann wieder zurück durch den Wald nach Sludjanka. Auch hier leider kein optimales Wetter - Regen ohne Ende. Aber trotzdem war dieser 3-Tage-Trip in den Bergen ein beeindruckendes Erlebnis.

Am Nachmittag blieb dann noch genug Zeit für einen Spaziergang in den Ort inklusive erstem direktem Kontakt mit dem Baikalsee. Wir erreichen zunächst den Bahnhof mit seinen vielen Gleisen, die wir über eine Brücke überqueren können. Auf zwei Strecken stehen Personenzüge, der Rest, ca 15, ist für den Güterverkehr reserviert. Nicht weit vom Bahnhof ist schon der See - beeindruckend - wir sind zum ersten mal direkt am Baikal-See.

Und das Wetter ist inzwischen wesentlich besser geworden, trocken und wärmer. Viele Menschen gehen am See auf der Promenade spazieren. Für den Rückweg nehmen wir dann den Bus für 5 Rubel bis zur Haltestelle an der Post. Kurz noch ein paar Flaschen Bier sowie Omul und Brot besorgt. So konnten wir den Tag angenehm ausklingen lassen.

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